KI Sichtbarkeit prüfen: 12-Punkte-Selbstcheck für ChatGPT, Perplexity, Gemini und AI Overviews
KI Sichtbarkeit prüfen in 12 Schritten: robots.txt, llms.txt, Strukturdaten, Bing, Bewertungen und Prompt-Tests. Mit kostenlosem KI-Sichtbarkeits-Check.
KI Sichtbarkeit prüfen ist der erste Schritt, bevor du Geld in Optimierung steckst. Denn oft scheitert es nicht am Content, sondern an Kleinigkeiten: Eine robots.txt sperrt den Suchcrawler von ChatGPT aus, die Seite ist bei Bing gar nicht indexiert oder die Adresse im Unternehmensprofil weicht von der Website ab. In diesem Ratgeber bekommst du einen 12-Punkte-Selbstcheck, eine Anleitung für manuelle Prompt-Tests und einen Überblick, wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews Unternehmen auswählen. Wer schnell starten will, nutzt unseren kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check.
Kurz erklärt: KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie dein Unternehmen in Antworten von ChatGPT, Perplexity, Gemini, Copilot und Google AI Overviews vorkommt. Prüfen lässt sie sich in zwei Ebenen: technisch (Crawler-Zugang, Indexierung bei Google und Bing, Strukturdaten, Unternehmensprofil) und inhaltlich über ein festes Set von Testfragen, die du regelmäßig stellst und protokollierst.
Warum GEO (Generative Engine Optimization) klassisches SEO ergänzt und welche Maßnahmen langfristig wirken, erklärt der Ratgeber LLM-Sichtbarkeit und GEO. Hier geht es um die Bestandsaufnahme: Wo stehst du heute?
Wie KI-Assistenten Unternehmen auswählen
Jeder Assistent zieht seine Antworten aus anderen Quellen. Wer das weiß, prüft gezielt die richtigen Stellen.
| System | Woher aktuelle Informationen kommen | Was du kontrollierst |
|---|---|---|
| ChatGPT (Suche) | Eigener Crawler OAI-SearchBot, dazu laut OpenAI Drittanbieter-Suchdienste | Zugang für OAI-SearchBot in der robots.txt, Indexierung bei Suchmaschinen |
| Perplexity | Eigener Index über PerplexityBot, Abrufe bei Nutzerfragen über Perplexity-User | Zugang für PerplexityBot, keine Blockade durch Firewall |
| Claude | Claude-SearchBot für die Suche, Claude-User für Abrufe bei Nutzerfragen | Zugang für Claude-SearchBot und Claude-User |
| Google AI Overviews und AI Mode | Google-Suchindex | Indexierung und Snippet-Fähigkeit bei Google |
| Gemini | Google-Systeme, Grounding über die Google-Suche | Google-Indexierung, Steuerung über Google-Extended |
| Microsoft Copilot | Bing-Index | Indexierung bei Bing, Bing Webmaster Tools, IndexNow |
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens: Google sagt ausdrücklich, dass es für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen gibt. Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet in der Google-Suche erscheinen dürfen. Zweitens: Die Betreiber trennen Crawler für Training und Crawler für Suche. Wer den falschen sperrt, verschwindet aus den Antworten, ohne es zu merken.
Der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check
Bevor du die zwölf Punkte von Hand durchgehst, kannst du den kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check nutzen. Du gibst deine Domain ein und bekommst eine erste Einschätzung der technischen Basis, zum Beispiel ob KI-Crawler ausgesperrt sind und ob grundlegende Signale wie Strukturdaten vorhanden sind.
Was der Check nicht ersetzt: die Prompt-Tests in den Assistenten selbst. Ob ChatGPT dich bei der Frage nach einem Anbieter in deiner Stadt nennt, hängt auch von Bewertungen, Erwähnungen und Konkurrenz ab. Dafür ist der zweite Teil dieses Ratgebers da.
Der 12-Punkte-Selbstcheck
1. robots.txt erlaubt die Suchcrawler der KI-Anbieter
Öffne deinedomain.de/robots.txt im Browser. Prüfe, ob einer dieser User-Agents mit Disallow: / gesperrt ist:
- OAI-SearchBot: sorgt laut OpenAI dafür, dass Websites in den Suchergebnissen von ChatGPT erscheinen. Gesperrte Seiten erscheinen dort nicht als Quelle.
- GPTBot: sammelt Inhalte, die für das Training von OpenAI-Modellen genutzt werden können. Sperren ist möglich, ohne die ChatGPT-Suche zu verlieren.
- ClaudeBot, Claude-SearchBot, Claude-User: ClaudeBot betrifft laut Anthropic das Training, Claude-SearchBot die Suche, Claude-User Abrufe bei Nutzerfragen.
- PerplexityBot: sorgt laut Perplexity dafür, dass Websites in Perplexity-Suchergebnissen erscheinen, und wird nicht für das Training von Basismodellen genutzt.
- Google-Extended: steuert laut Google, ob Inhalte für das Training künftiger Gemini-Modelle und für Grounding in Gemini genutzt werden. Es hat keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche und ist kein Rankingfaktor.
Ein Beispiel für eine robots.txt, die Suche erlaubt:
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
User-agent: PerplexityBot
Allow: /
User-agent: Claude-SearchBot
Allow: /
User-agent: *
Allow: /
Sitemap: https://www.deinedomain.de/sitemap.xml
OpenAI und Perplexity weisen darauf hin, dass Änderungen bis zu etwa 24 Stunden brauchen, bis sie wirken.
2. Firewall und CDN lassen die Crawler durch
Eine erlaubende robots.txt nützt nichts, wenn eine Firewall die Bots vorher blockiert. Manche Hosting-, CDN- und Sicherheitsdienste bieten Einstellungen, mit denen sich KI-Crawler pauschal blockieren lassen. Prüfe die Bot-Einstellungen deines Hosters. Perplexity empfiehlt, die eigenen Bots über User-Agent und die veröffentlichten IP-Bereiche freizugeben.
3. Google indexiert deine wichtigen Seiten mit Snippet
Prüfe in der Google Search Console, ob Startseite, Leistungsseiten und Kontaktseite indexiert sind. Achte darauf, dass dort kein noindex und kein nosnippet gesetzt ist. Genau das sind laut Google die Voraussetzungen für AI Overviews und AI Mode.
4. Bing indexiert deine Seiten, IndexNow ist aktiv
Melde deine Website in den Bing Webmaster Tools an, reiche die Sitemap ein und prüfe die Indexierung. Mit IndexNow meldest du neue oder geänderte URLs direkt an Bing und weitere teilnehmende Suchmaschinen wie Naver, Seznam.cz, Yandex und Yep. Seit Februar 2026 zeigt der Bericht „AI Performance“ in den Bing Webmaster Tools als öffentliche Vorschau, wie oft deine Seiten in Copilot und KI-Zusammenfassungen in Bing zitiert werden.
5. llms.txt ist vorhanden und aktuell
Die llms.txt ist eine Markdown-Datei im Root deiner Domain, die kurz beschreibt, wer du bist, und auf die wichtigsten Seiten verlinkt. Sie wurde 2024 von Jeremy Howard vorgeschlagen und ist kein formaler Standard. Google sagt klar, dass für AI Overviews keine KI-Textdateien nötig sind. Sie ist trotzdem schnell erstellt und schadet nicht. Prüfe: Gibt es sie, stimmen die Links, ist sie aktuell?
6. Strukturdaten für Organization oder LocalBusiness
Prüfe mit dem Rich-Results-Test oder dem Schema Markup Validator, ob deine Startseite Strukturdaten vom Typ Organization oder, bei Betrieben mit Standort, LocalBusiness enthält: Name, Adresse, Telefon, Logo, Öffnungszeiten, Website, Profile. Google betont, dass Strukturdaten zum sichtbaren Text der Seite passen müssen.
7. FAQ als echte Frage-Antwort-Blöcke
Fragen deiner Kunden, wörtlich beantwortet, sind das Format, das KI-Assistenten am leichtesten zitieren können. FAQPage-Markup kannst du zusätzlich einsetzen, um die Struktur maschinenlesbar zu machen. Wichtig zu wissen: Google zeigt seit Mai 2026 keine FAQ-Rich-Results mehr in der Suche an. Der Wert liegt daher im Inhalt selbst, nicht in einem Sonderformat der Suchergebnisse.
8. Google-Unternehmensprofil vollständig
Laut Google hängen lokale Ergebnisse vor allem von Relevanz, Entfernung und Bekanntheit ab. Vollständige Angaben verbessern die Relevanz. Prüfe Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos, Beschreibung und Website-Link.
9. Bewertungen: Anzahl, Aktualität, Antworten
Google nennt die Anzahl der Rezensionen ausdrücklich als Teil der Bekanntheit. Prüfe: Wie viele Bewertungen hast du im Vergleich zu den Wettbewerbern, die in KI-Antworten genannt werden? Wann kam die letzte? Antwortest du auf jede?
10. Konsistente NAP-Daten
NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer. Diese Angaben müssen auf Website, Impressum, Google-Unternehmensprofil, Bing Places, Branchenverzeichnissen und Social-Media-Profilen identisch sein. Schon unterschiedliche Rechtsformzusätze oder alte Telefonnummern erschweren die eindeutige Zuordnung.
11. Zitierfähige Fakten mit Quellen
KI-Assistenten zitieren Passagen, die eine Frage direkt beantworten. Prüfe deine Leistungsseiten: Steht dort klar, was du machst, für wen, in welchem Gebiet, zu welchen Konditionen? Gibt es Zahlen, Definitionen und belegte Aussagen mit Quelle, oder nur Werbesätze?
12. Autoren- und Expertise-Seiten
Wer steht hinter dem Unternehmen und den Inhalten? Google empfiehlt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten, deutlich zu machen, wer einen Inhalt erstellt hat und warum diese Person dazu etwas sagen kann. Prüfe, ob es eine Über-uns-Seite mit Namen, Qualifikation und Erfahrung gibt und ob Ratgeber-Artikel einen Autor nennen.
Der Selbstcheck auf einen Blick
| Nr. | Prüfpunkt | Wo du prüfst | Aufwand bei Lücke |
|---|---|---|---|
| 1 | robots.txt für KI-Crawler | deinedomain.de/robots.txt | Gering |
| 2 | Firewall und CDN | Hosting- oder CDN-Einstellungen | Gering bis mittel |
| 3 | Google-Indexierung mit Snippet | Google Search Console | Mittel |
| 4 | Bing-Indexierung und IndexNow | Bing Webmaster Tools | Gering |
| 5 | llms.txt | deinedomain.de/llms.txt | Gering |
| 6 | Organization oder LocalBusiness | Rich-Results-Test | Gering bis mittel |
| 7 | FAQ-Inhalte | Leistungsseiten | Mittel |
| 8 | Google-Unternehmensprofil | Google Business Profile | Gering |
| 9 | Bewertungen | Unternehmensprofil, Portale | Laufend |
| 10 | NAP-Konsistenz | Website, Profile, Verzeichnisse | Mittel |
| 11 | Zitierfähige Fakten | Leistungs- und Ratgeberseiten | Mittel bis hoch |
| 12 | Autoren und Expertise | Über uns, Artikel | Gering bis mittel |
Prompts manuell testen: so geht es richtig
Der technische Check zeigt, ob du gefunden werden kannst. Ob du tatsächlich genannt wirst, zeigt nur der Test in den Assistenten selbst.
So gehst du vor:
- Fragen sammeln. Notiere 15 bis 30 Fragen, die ein Kunde kurz vor der Entscheidung stellt. Mische drei Typen: Anbieterfragen („Welcher Malerbetrieb in Hamburg-Altona ist empfehlenswert?“), Vergleichsfragen („Wärmepumpe oder Gasheizung für ein Einfamilienhaus?“) und Markenfragen („Was bietet Firma X an?“).
- Neutral fragen. Nutze nach Möglichkeit eine Sitzung ohne Verlauf und ohne persönliche Anpassungen, damit frühere Chats das Ergebnis nicht färben. Nenne den Ort in der Frage, statt dich auf die Standorterkennung zu verlassen.
- Mehrere Systeme. Stelle jede Frage in ChatGPT mit Websuche, Perplexity, Gemini und in der Google-Suche (AI Overview, falls ausgespielt). Wenn dein Publikum Microsoft nutzt, auch in Copilot.
- Protokollieren. Pro Frage und System: genannt ja oder nein, Position, Tonfall (empfohlen, neutral, kritisch), zitierte Quellen, genannte Wettbewerber.
- Wiederholen. KI-Antworten schwanken. Stelle dieselben Fragen über mehrere Wochen und werte erst dann aus.
- Quellen auswerten. Die zitierten Quellen der Wettbewerber sind deine Aufgabenliste: Verzeichnisse, in denen du fehlst, Vergleichsartikel, Bewertungsportale.
Bei den Markenfragen lohnt ein zweiter Blick: Stimmen Leistungen, Standort und Preise? Falsche oder veraltete Angaben deuten fast immer auf inkonsistente Daten im Netz hin, also zurück zu Punkt 10.
Was ein Agenten-Team dauerhaft übernimmt
Einmal prüfen ist einfach. Woche für Woche dranbleiben ist der Teil, der in den meisten Betrieben einschläft. Genau dafür ist ein Agenten-Team gebaut, das in deinem eigenen Workspace arbeitet:
- Monitoring-Agent: stellt das Prompt-Set wöchentlich in mehreren Assistenten, protokolliert Nennungen und Quellen und meldet Veränderungen.
- Technik-Agent: prüft robots.txt, Strukturdaten, llms.txt und Indexierung nach jeder Website-Änderung und schlägt Korrekturen vor.
- Content-Agent: leitet aus den Lücken neue FAQ, Vergleichstabellen und Fakten-Absätze ab und legt Entwürfe in die Freigabe-Inbox.
- Bewertungs-Agent: beantwortet Rezensionen im Ton deines Betriebs und hält die Bewertungsfrequenz im Blick.
Ein Prüf-Agent kontrolliert alle Entwürfe, du gibst per Handy frei. Die Implementierung ist einmalig, danach zahlst du nur Tool-Kosten von etwa 20 bis 200 Euro im Monat. Mehr zur Leistung unter LLM-Sichtbarkeit und GEO und SEO-Content-Automatisierung. Wie ein solches Team aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber KI Agenten Beispiele, Hintergründe zur ChatGPT-Nutzung stehen unter ChatGPT sucht für deine Kunden.
Nächster Schritt
Starte mit dem kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check und arbeite danach die zwölf Punkte ab. Wenn du wissen willst, wie du die laufende Prüfung und die daraus folgenden Aufgaben automatisieren kannst, buch ein kostenloses Analysegespräch.
Quellen
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers (OAI-SearchBot, GPTBot, ChatGPT-User)
- OpenAI Help Center: ChatGPT Search (Drittanbieter-Suchdienste)
- Anthropic: Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?
- Perplexity Docs: Perplexity Crawlers
- Google Search Central: AI features and your website
- Google Search Central: Google-Extended und Google Common Crawlers
- Google Search Central: Strukturierte Daten für Organisationen
- Google Search Central: Strukturierte Daten für lokale Unternehmen
- Google Search Central: FAQPage, Hinweis zur Einstellung der FAQ-Rich-Results (Mai 2026)
- Google Search Central: Hilfreiche, verlässliche Inhalte erstellen
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking bei Google verbessern
- Bing Webmaster Blog (Februar 2026): Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview
- Bing: IndexNow Get Started
- IndexNow.org
- llmstxt.org: The /llms.txt file (Jeremy Howard)
Über den Autor
Timo Brandt
17 Jahre Unternehmer im Mittelstand. Baut mit AgenticMarketing Agenten-Teams, mit denen Unternehmen ihr Marketing selbst machen: implementiert, nicht beraten. Gesteuert vom Handy.